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Regulationskompetenzen

Bedürfnisse müssen reguliert werden, da die seelischen Grundbedürfnisse aus der Sicht dieser Theorie antagonistisch ausgerichtet sind. Nähe-Distanz (Bindung), Sicherheit-Freiheit (Selbstbestimmung), Einzigartikeit-Zugehörigkeit (Selbstachtung). Daher muss ein permanenter Wechsel des Fokus organisiert werden – z.B. lassen sich Nähe und Distanz nur nacheinander befriedigen. Diese Regulation ist ein voraussetzungsreicher und damit auch störanfälliger Prozess.

  1. Zunächst basiert er auf umfassenden Fähigkeiten, innerlich alle Bedürfnisse wahrzunehmen („Mich jemandem nah zu fühlen? Das kenne ich nicht!“),
  2. ihnen Bedeutung zu geben („Ach, das spielt keine Rolle für mich, ich brauche das nicht!“),
  3. um ihre generelle Erreichbarkeit zu wissen („Zugehörigkeit? Das gibt es nicht. Letztlich ist jeder Mensch allein!“) und auch
  4. die persönliche Erfüllbarkeit anzuerkennen („Kann schon sein, dass andere jemanden haben, der sie liebt. An mir ist nun mal nichts dran, was liebenswert ist!“). Wer all dies zur Verfügung hat, kann anfangen,
  5. auszudrücken, was er möchte, statt darauf zu setzen, dass andere schon merken, was er braucht. Dabei ist es oft wichtig,
  6. es deutlich und konsequent zu sagen („Ich will aber ein Eis!“) und es
  7. so zu tun, dass man auf andere Menschen und die Umwelt bezogen ist. Das bedeutet, es nicht fordernd oder manipulierend, sondern kontaktvoll zu tun. Schlussendlich braucht es die Fähigkeit, auch ohne Befriedigung klar zu kommen, indem man
  8. gut darauf verzichten kann,
  9. es sich woanders holt oder
  10. in Verhandlungsprozesse geht. Die Fähigkeit zur Regulation ist daher ein weites Feld. Wohl dem, der für jedes der Grundbedürfnisse alle diese Kompetenzen jederzeit in jedem Kontext zur Verfügung hat. Alle anderen Menschen können und werden von kompetenter Beratung profitieren. Dazu muss man nicht seelisch „krank“ sein.


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