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Mißtrauen

Mißtrauen ist nicht schlecht, wiewohl das manche denken. Was ist die Funktion von Mißtrauen?

Mißtrauen reduziert – genauso wie Vertrauen  – Komplexität. Wer mißtraut, weiß wie er dran ist und was zu tun ist. Er muss bereit sein zur Dauerbeobachtung, zum Konflikt, er braucht Alternativen oder muss sich damit abfinden, dass der andere anders handelt als vereinbart. Wer mißtraut, verbraucht Ressourcen. Das ist aufwändig, so dass kein Mensch, kein Team, keine Organisation, nur mit Mißtrauen operieren kann. Es wäre nicht überlebensfähig. Es muss Bereiche in der Umwelt geben, die nicht auf Gefährlichkeit überwacht werden müssen. Andererseits braucht jedes System eine Begrenzung dessen, was es an Enttäuschung verarbeiten kann. Darum braucht es auch Mißtrauen.

Hat sich Mißtrauen erstmal eingestellt, ist es relativ stabil. Es wird durch vertrauenswürdiges Verhalten der anderen Seite nicht gleich in Frage gestellt, sondern bestätigt sich selbst. Dies ist für Beratung besonders wichtig, da Systeme oft von Beratern auf die Aktivitäten aufmerksam gemacht werden müssen, die genau die Anlässe schaffen, welche das Mißtrauen rechtfertigen.

In Organisationen kommt es darauf an, dass Kontrolle genutzt werden kann, ohne dass dies von den Betroffenen als Ausdruck von Mißtrauen persönlich genommen wird.