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Leitprozess Zukunftsbehandlung

Der Prozess des Organisierens (=Organisation) entscheidet darüber, wie mit der Zukunft verfahren werden soll: Nutzt die Organisation den möglichen Handlungsspielraum und versucht risikonehmend die Zukunft mitzugestalten oder toleriert sie gefahrentragend ein zukünftig mögliches Ereignis, indem sie darauf vertraut im Fall des Falles eine Antwort zu finden? Der Leitprozess Zukunftsbehandlung lässt sich auf die Frage verdichten: „Sollen wir riskieren auf ein – vielleicht falsches – Pferd zu setzen oder versuchen wir mit dem Pferd zurechtzukommen, wenn es uns zuläuft?“.

Die systemtheoretische Unterscheidung von Risiko und Gefahr ist für das Verstehen und Managen von Organisationen unabdingbar. Alle Entscheidungen in Organisationen werden notwendig, weil man die Zukunft nicht kennt. Das Leben ist gefährlich und kann nur riskant bewältigt werden. Gleichzeitig kann sich keine Organisation auf alle Eventualitäten vorbereiten bzw. sie beeinflussen. Das würde alle sachlichen, sozialen und zeitlichen Ressourcen sprengen und eine vollständige Kontrolle über die Umwelt voraussetzen. Darum muss eine Organisation abwägen, worauf sie mit ihren Aktivitäten (riskant) abzielt und was sie gefahrentragend hinnimmt, um das Beste daraus zu machen. Die Kompetenzen, die Folgen und die Kommunikationsbedarfe in der Organisation sind jeweils sehr unterschiedlich, so dass diese Leitunterscheidung mit viel Bedacht zu handhaben ist.

Jede organisationale Entscheidung gebiert innerhalb der Organisation zwangsläufig Risikonehmer und Gefahrenträger. Was für den einen Bereich eine sinnvoll riskante Entscheidung ist, ist für einen anderen Bereich ein gefährliches Unterfangen. Risiko-Gefahren-Konflikte sind daher in Organisationen untilgbare Phänomene.