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Formen der Selbstreflexion

Reflexion führt das im Bewusstsein Ausgeschlossene ins Bewusstsein zurück. Man beobachtet sich quasi selbst und kann dadurch bemerken, was im reinen Gebrauch seiner Muster, durch diese Muster ausgeschlossen war. Dazu braucht es die Fähigkeit sich von sich selbst innerlich zu distanzieren. Das kann man auf unterschiedliche Weise tun: Erstens achtet man darauf, wo und wie man bewertet (in gut/böse oder richtig/falsch). Hinter jeder Wertung stecken Vorannahmen, die man reflektieren kann und die sehr häufig gar nicht bewusst sind (man findet z. B. heraus, dass hinter der Ablehnung – „unmöglich!“ – von Kontrolle durch den Chef die Angst vor Versagen steckt). Zweitens kann man darauf achten, wie man sich die Lage erklärt („Der mag mich nicht, also nimmt er meine Argumente nicht ernst“). Meist gibt es mehrere Alternativen der Erklärung, die sich in Betracht ziehen lassen und die unterschiedliche Gefühle und Handlungsimpulse nahe legen. Drittens lässt sich reflektieren, wie man die Situation beschreibt. Meistens ist einem nicht bewusst, wie ausschnitthaft, wie lückendurchsetzt, wie generalisiert und wie oberflächlich diese Beschreibung ist. Daher sind Menschen immer wieder verblüfft, wie viel sich allein dadurch schon ändert, dass man einem anderen die (Problem-)Lage genauestens schildert. Dies ist der Grund, warum eine scheinbar reine Problemdiagnose oder Situationsanalyse in sich schon eine Intervention ist, welche Veränderung ermöglicht bzw. stagnatives Festhalten an der gewohnten Sichtweise erschwert.



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