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Entscheidungsprämisse: Personal

Personal ist in Luhmanns Organisationstheorie eine der vier Entscheidungsprämissen. Damit gab Luhmann der Person im Kommunikationsmuster von Organisationen seinen theoretischen Ort. Mit Person ist hier nicht der leibhaftige Mensch gemeint, sondern zum einen die Erwartungen, die ein Mensch im sozialen Kontext repräsentiert („Der Opa bringt mir immer was mit“) und zum zweiten, ist Person der Adressat von Mitteilungen („Mama, ich habe mir weh getan!“) mit der Hoffnung auf Verstehen. In Organisationen verknüpft sich die Person mit einer Rolle über ihre Mitgliedschaft.

Kommt nun ein neuer Chef, wissen alle, dass dieser sachlich anders, für andere und zu anderen Zeitpunkten entscheiden wird. Damit kann sich das Entscheidungsmuster der Organisation von jetzt auf gleich verändern (oder der neue Chef gleicht sich dem vorhanden Muster in der Organisation nach einigen Monaten an). Wie immer – Personen und ihre oft hohe Vorhersagbarkeit im Verhalten („So ist er halt, der Chef“) haben ohne Zweifel höchsten Einfluss auf Entscheidungsmuster in Organisationen.

Der Leitprozess Personal nimmt all die Erkenntnisse, die systemtheoretische Organisationstheorie in den letzten 20 Jahren erarbeitet hat, auf. Personalentscheidungen – Einstellung, Kündigung, Versetzung, Personalentwicklung – lassen sich hier in ihrer Höchstrelevanz für Organisationen theoretisch nachzeichnen und begründen. Gleichzeitig wird der Begriff Karriere theoretisch besonders wichtig, da in ihm die Interessen des Organisationsmitglieds und die Beobachtung auf Eignung für die Rolle zusammenkommen.



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